02.10.2020

Einbruchschutz RC2 und RC3 einfach erklärt

Bei der Auswahl von Fenstern, Haustüren oder Wohnungstüren empfiehlt die Kriminalpolizei immer wieder erhöhte Schutzmaßnahmen zu treffen. Aus Erfahrung schreckt dies Berufs-Einbrecher und Gelegenheitsdiebe deutlich ab und schützt so ihr Eigentum. Zudem ersparen Sie sich die seelische Belastung nach einem Einbruchdiebstahl. Und das Beste - es gibt hierfür auch eine finanzielle Förderung durch den Bund.

Bei der Auswahl von Fenstern und Türen konzentrieren sich viele unserer Kunden auf das Design und die Oberflächenmaterialien. Wir legen in der Beratung aber auch besonderen Wert auf die Sicherheitsaspekte. Dabei kommen viele Begriffe zum Einsatz, die wir Ihnen hier möglichst einfach zum Nachlesen bereitstellen möchten.

 

Warum Fenster sicher werden. RC2 und RC3 erklärt.


Grundsätzlich ist die Qualität des Rahmens und der Laibung der erste Aspekt der Interessenten auffällt. Verarbeitung, Gewicht, Gängigkeit. Zentral bei der Sicherheit sind doch die unter der Norm DIN EN 1627 zusammengefassten Eigenschaften zum Einbruchschutz. Es wird im Bereich Fenster in der Praxis zwischen den Klassen RC2N, RC2, und RC3 unterschieden. Die Klasse RC2 ist für die meisten Bereiche gut geeignet. Wichtigstes Element sind dabei Pilzkopfzapfen, die bei geschlossenem Fenster fest im Schließstück verankert sind. Früher hatten Fenster Rolldornen, die einfach aus den Verankerungen gehebelt werden konnten. Bei RC2 spielt nun die Anzahl der Pilzköpfe und Schließstücke eine entscheidende Rolle. Hier wird die maximale Anzahl auf die Länge der Höhe und Breite eingeplant. Bei Hamburger sind diese Zapfen aus gehärtetem Stahl und deshalb noch stabiler als Produkte aus Guss.

 

Neben den Verankerungen spielt auch das Glas eine wichtige Rolle. Bei RC2 handelt es sich außen um verstärktes Glas (P4A) mit einem Aufbau von 10mm. Dieses ist durchwurfhemmend nach der entsprechenden Norm.

Mit RC3 erhöht man seine Sicherheit vor allem im Bereich Glas. Durch eine dickere Sicherheitsfolie erhöht sich der Aufbau des Außenglases (P5A) auf 11mm. Wobei der Einbruch durch Zerstörung der Glasflächen sehr erschwert wird. Das macht keinem Einbrecher Freude. Der Erfolg des Verbrechens ist gering.

Bei RC2 wie auch RC3 wird die Glasfläche im Rahmen fest verklebt - was auch gegen Hebelwirkung beim Einbruch hilft.

Bei Hamburger gehören natürlich zu Fenstern der Klassen RC2 und RC3 abschließbare Griffe. Das sichere am Griff ist jedoch nicht das Schloss an sich, sondern die Verriegelung durch das Abschließen, damit durch die Fixierung des Griffs die Pilzkopfzapfen fest arretiert bleiben. Dies raubt dem Einbrecher die Möglichkeit mit der Hand durch das Glas den Griff zu drehen.

Ein komplexeres Thema sind Einbruchstechniken durch den Rahmen mit Akku-Bohrmaschinen - hier helfen die werksseitig eingelassenen Stahlplatten im Rahmen, zum anderen ebenso ein verschlossener Griff der sich nicht von außen bewegen lässt.

Einen Sonderfall bildet die Klasse RC2N, hier handelt es sich um eine abgespeckte RC2 Version. Diese Klasse bietet kein verstärktes Außenglas - Sicherheit bringt jedoch die maximale Zahl an Pilzkopfzapfen gegen das Aufhebeln der Fenster. Bei Angriffen auf die Glasfläche ist die Hemmung jedoch deutlich geringer. Hier wäre zumindest eine Dreifachverglasung sinnvoll.

Wir bei Hamburger empfehlen im Bereich Erdgeschoss, auf Balkonen und Terrassen und über Dächer zugängliche Fenster mindestens die Klasse RC2.

Und egal bei welcher Klasse, ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher ein offenes Fenster!

 

Mit Hauseingangstüren und Wohnungstüren dem Einbrecher den Riegel vorschieben.


Auch im Bereich Türen ist die Sicherheitsklasse RC2 die Regel. Durch Sicherheitstechnik auf der Schlossseite und auf der Bandseite (Scharnierseite), ist mit hochwertigen Schließzylindern ein Einbruch sehr herausfordernd. Voraussetzung auch hier, eine tatsächlich verschlossene Tür. Im Detail finden sich bei Türen der Klasse RC2 Schwenkriegel auf der Schlossseite, die sich aus dem Innern der Tür mit dem Türrahmen fest verankern. Zudem finden sich auf der Bandseite starre Bolzen - feststehende Stahlzapfen die ein Einrammen der Tür unwahrscheinlich machen. Bei Hamburger sind die Riegel aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. 

 

 

Der Schließzylinder ist sehr häufig Ziel eines Angriffs - mit Profilzylindern aus hartem Chrom-Nickel-Stahl und der aufbohrsicheren Konstruktion beißt sich ein Einbrecher die Zähne aus. Zudem sind besonders bei Hauseingangstüren die Zylinder stark versenkt und können deshalb nicht nach außen gezogen werden. 

Viele Hauseingangstüren haben Glaselemente. Das macht Sinn, ist doch der Eingangsbereich schön hell. Hier zählt auch nicht das Design wie z.B. Klar- oder Milchglas, sondern die oben erwähnte Verarbeitung des Glasaufbaus. Hier die durchwurfhemmende Variante mit 10mm (P4A) der Klasse RC2.

Nochmals die Erinnerung, für Profi-Einbrecher ist eine nicht verschlossene Tür die Einladung zum Einbruch. Sicherheit gibt es für vergessliche Menschen jedoch mit automatisch verriegelnden Haustüren, oder z.B. Türen die sich mit Fingerabdruck anstatt Schlüssel öffnen lassen - fragen Sie dazu und auch zu Fördermöglichkeiten bitte unsere Mitarbeiter.

Viele Informationen zu einem sicheren Zuhause finden Sie ebenso auf der offiziellen Themenseite der Kriminalpolizei www.k-einbruch.de

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